Ursachen & Formen

Neurodermitis ist eine der atopischen Krankheiten zu denen u.a. auch allergisches Asthma, Nahrungsmittelallergien und Heuschnupfen zählen. In den meisten Fällen leiden ebenso mindestens ein Elternteil oder eines der Geschwister an einer atopischen Erkrankung. Die genauen Ursachen von Neurodermitis sind bis heute unklar. Sowohl erbliche Veranlagungen als auch weitere provozierende Faktoren sind für die Entstehung als auch den Fortbestand verantwortlich. Zu diesen Faktoren zählen irritierende Stoffe und Substanzen wie Wolle und Seife, Allergien, Infektionskrankheiten, Umweltbelastungen, Stress, Klima-Umstände, bestimmte Nahrungsmittel, Veränderung der Lebensumstände, psychische Belastungen usw. Ein Zusammenspiel der verschiedenen Voraussetzungen und Faktoren können eine Verschlimmerung der Krankheit herbeiführen.
In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Erkrankten erheblich gestiegen. Es liegt nahe, dass die moderne Lebensweise in den Industrieländern Neurodermitis-Erkrankungen einen günstigen Raum bietet. Es besteht der Verdacht, dass übertriebene Hygiene ein großer Förderer der atopischen Ekzeme ist.

Aufgrund dessen existiert nach Meinung der Experten nicht nur eine Ursache, die Neurodermitis auslöst. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Kombination und ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren und Mechanismen. Als Grundstein scheinen aber die genetischen Bedingungen und die gestörte Hautbarrierefunktion als auch die Neigung des Immunsystems zu übertriebenen Reaktionen.

Genetische „Grunderkrankung“

UrsachenErwiesenermaßen treten atopische Erkrankungen wie Neurodermitis in manchen familiären Kreisen gehäuft auf. Eine genetische Veranlagung ist von den Wissenschaftlern mittlerweile bestätigt.
Die Wahrscheinlichkeit ebenfalls unter einer atopischen Erkrankung zu leiden liegt bei etwa 60 – 70%, sofern beide Elternteile bereits mindestens von einer atopischen Krankheit betroffen sind.
Manche Gene verhindern bei der Entstehung von Neurodermitis die Haut ihre Barrierefunktion vollständig durchführen zu können. Auch das Zusammenwirken der unterschiedlichen Immunzellen wird massiv gestört. Die genetische Vererbung ist aber nicht alleine für die Erkrankung verantwortlich. Weitere Umwelteinflüsse und mehrere Mechanismen müssen greifen um eine Neurodermitis auszulösen.

Verschiedenen Faktoren als Ursache

Zur Entstehung von Neurodermitis werden verschiedene Faktoren zur Verantwortung herangezogen.
Die Erkenntnisse über diese komplexe Erkrankung ändern sich mir den Jahren immer wieder, werden präziser und genauer. Nach heutigem Stand der Dinge liegt der Grundstein der Neurodermitis in einer genetisch bedingten Störung der Barrierefunktion der Haut.

Aufgrund mangelhafter Versorgung mit bestimmten Eiweißen, ist die Haut nicht in er Lage die schützende Hornschicht korrekt und vollständig aufzubauen. Als Ergebnis trocknet die Haut sehr leicht aus. Diese trockene Haut ist gegenüber äußeren Einflüssen jeglicher Art äußerst anfällig.
Die Haut reagiert mit Überempfindlichkeit. Diese äußert sich in Entzündungen und Juckreiz.
Der Juckreiz verleitet zum Kratzen. Durch das Kratzen wird die Entzündungsreaktion maßgeblich gefördert und auch das Immunsystem kommt dadurch verstärkt mit Substanzen aus der Umwelt in Berührung. Die Antigene können beispielsweise Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare sein. Die Folge kann eine sog. Sensibilisierung sein. Hierbei reagiert das Immunsystem auf mehrere oder eine dieser Substanzen und produziert Immunglobuline (Abwehrproteine). Es treten allergische Reaktionen gegen eigentlich harmlose Antigene auf.
Aber warum reagiert das Immunsystem oftmals so fehlerhaft? Hierfür wird im Allgemeinen ein übertriebenes Hygieneverhalten, welches sich in den letzten Jahrzehnten etabliert hat, verantwortlich gemacht. Die praktisch keimfreie Umgebung unserer Gesellschaft hat das Immunsystem im Grunde arbeitslos gemacht. Aufgrund dessen richtet es seine Funktionen nun gegen vermeintlich harmlose „Feinde“.

Einflussfaktoren und Auslöser

EiUrsachenn Neurodermitis-Schub kann von zahlreichen Faktoren ausgelöst oder negativ beeinflusst werden. Die Liste ist lang, aber manche kommen häufiger vor:

– Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Kuhmilch usw.
– Bakterien, Viren und Pilze die sich auf der Haut befinden und durch die entzündete Neurodermitis-Haut eindringen
Schweiß
– Psychische Belastungen wie beispielsweise Stress
– Extreme Kälte oder Trockenheit
– Irritierende Stoffe wie beispielsweise Wolle, Kosmetika oder Reinigungsmittel auf der Haut
– Umweltgifte wie beispielsweise Tabakrauch, Autoabgase oder Ozon

Bis vor einigen Jahren wurde Neurodermitis als Anzeichen psychischer Probleme angesehen wie etwa ein gestörtes Mutter-Kind-Verhältnis. Sicherlich ist ein Faktor wie Stress förderlich für eine verstärkte Symptomatik. Auch ist Neurodermitis psychisch belastend, aber es ist keine Krankheit, die allein aufgrund psychischer Ursachen auftritt. Auch sog. Neurodermitis-Persönlichkeiten existieren nicht.

Formen von Neurodermitis

Neurodermitis wird in zwei Formen unterschieden: der intrinsischen und der extrinsischen Form.
Während bei der der intrinsischen die Blutwerte für die sog. IgE-Antikörper vollkommen normal ausfallen, weist die extrinsische Form erhöhte Werte auf. Die intrinsische Form äußert sich durch eine leichte Neurodermitis ohne weitere Allergien der Atemwege. Der extrinsische Typ geht mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit einer zusätzlichen Heuschnupfen- oder Asthma-Erkrankung einher. Aufgrund dessen wird der intrinsische Typ als Vorstufe des extrinsischen angesehen.