Gefahren & Komplikationen

GefahrenEine Neurodermittiserkrankung kann an sich schon sehr qualvoll ausfallen. Aber dennoch bietet die Krankheit Möglichkeiten für andere Krankheiten sich auszubreiten. Aufgekratzte Ekzeme bilden einladende Tore für Viren und Bakterien. Auch Pilzinfektionen sind keine Seltenheit.  Insbesondere, wenn noch weitere Allergien beispielsweise gegen Hausstaub, Tierhaare, bestimmte Lebensmittel, Gräser usw. bestehen, wird der Krankheitsverlauf für gewöhnlich noch verschlimmert. Auch Zigarettenrauch und Schweiß nehmen negativ Einfluss.

Der Genuss von Alkohol und Kaffee fördert zuweilen noch den quälenden Juckreiz durch eine verbesserte Durchblutung. Und psychische Ursachen wie etwa Stress verschlimmern die Symptome der Neurodermitis ebenfalls. Dabei leiden nicht nur Erwachsene an Neurodermitis und sehen sich möglichen Komplikationen gegenüber stehen, sondern ebenfalls Kinder. Kinder, auch bereits im Säuglingsalter, sind wesentlich häufiger betroffen als Erwachsene. Im Säuglingsalter ist beispielsweise der Milchschorf schon meistens ein Anzeichen für Neurodermitis. Allen Neurodermitis-Erkrankungen sind der Verlauf in Schüben und der Juckreiz gemein.

Juckreiz

Der Juckreiz ist nahezu der Kern allen Übels. Vor allem nachts verhindert dieser erholsamen Schlaf. Der Betroffene kratzt sich oft die ganze Nacht hindurch bis die Hautstellen blutig sind. Im Endergebnis ist der Neurodermitiker tagsüber müde und abgespannt. Dabei ist der Patient im Nachhinein nicht nur unausgeschlafen und unausgeruht, sondern die blutig gekratzten Hautstellen bieten offene Tore für Bakterien oder Viren. Die bereits geschwächte Abwehrfunktion der Haut macht es im Grunde unmöglich, dass die Haut gegen weitere Krankheitserreger ankämpfen kann. Diese verkomplizieren die Erkrankung weiter. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Impetigo contagiosa, Herpes und Dellwarzen.

Impetigo contagiosa

Eine sehr weit verbreitete Infektionskrankheit bei Neurodermitis-Erkrankten ist Impetigo contagiosa, auch weitgehend als Grindflechte bezeichnet. Ausgelöst wird diese Begleiterkrankung durch die Bakterien Staphylococcus aureus, die durch die geschundene Haut eindringen können. Jeder gesunde Mensch weist diese Bakterien auf seiner Hautoberfläche auf. Bei gesunden Personen lösen diese nur selten eine Erkrankung aus. Neurodermitis-Erkrankte bieten allerdings, bedingt durch ihre vorgeschädigte Haut, eine herausragende Grundlage. Die Bakterien können besonders leicht eindringen und sich vermehren.

Bei einer Infektion mit Impetigo contagiosa ist die Haut an den betroffenen Stellen gerötet. Des Weiteren bilden sich kleine Bläschen bis hin zu großen Blasen. Diese Bläschen bzw. Blasen können sowohl mit Flüssigkeit oder auch Eiter gefüllt sein. Im weiteren Verlauf platzen diese auf und entleeren sich. Sobald die Flüssigkeit auf der Haut getrocknet ist, lässt sich die typische gelbe Verkrustung erkennen.

Besonders häufig tritt die Infektion an den Händen und im Gesicht, insbesondere in den Mundwinkeln, auf. Impetigo contagiosa kann auf eine Körperregion beschränkt sein wie etwa das Gesicht oder auch auf größere Teile des Körpers ausbreiten. Ist ein größerer Körperteil betroffen, wird die Infektion häufig von Fieber und einem Gefühl der Krankheit begleitet. Mit Hilfe von Antibiotika werden die Bakterien abgetötet und eine Heilung kann einsetzen.

Herpes

Auch Herpesviren nutzen die geschädigte Haut von Neurodermitikern um Infektionen hervorzurufen. Eine Herpesinfektion in Form von immer wiederkehrenden Lippenbläschen kennen die meisten Menschen. Dabei stellt diese Form eine harmlose Variante dar. Personen, die von Neurodermitis betroffen sind, verfügen über trockene und (durch Kratzen) offene Hautstellen in denen die Herpesviren eindringen können. So werden große Hautareale infiziert. Im Fachjargon benennt man diesen Befall als Herpesekzem, lat. als Eczema herpeticum.

Typische Anzeichen für Herpes sind stecknadelkopfgroßen, leicht eingedellten Bläschen. Nach einigen Tagen platzen diese auf und hinterlassen an der betroffenen Hautstelle kleine Abschürfungen. Diese bieten eine gute mögliche für weitere Krankheitserreger Infektionen zu hinterlassen.

Für gewöhnlich breitet sich das Herpesekzem an den von Neurodermitis betroffenen Hautstellen aus. Es ist aber eine weitere Ausbreitung möglich. Meistens sind Herpesekzeme an den Armen, im Gesicht und am Hals zu finden. Sofern eine Ausbreitung auf andere Hautareale als die Neurodermitisstellen auftritt, treten oftmals auch Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl in Erscheinung. Als Gegenmaßnahmen werden virushemmende Medikamente eingesetzt.

Dellwarzen

Dellwarzen oder auch Mollusca contagiosa genannt ist eine weitere Infektion, die sich gerne bei Neurodermitis einnistet. Diese Viruserkrankung ist meisten an ein bis zwei Hautstellen sichtbar. An diesen Stellen bilden sich Knoten mit einem Durchmesser von etwa 3 bis 5 mm. Diese weisen eine weißlich-gelbliche Farbe auf mit glatter Oberfläche, aber eingedellt. Selten kommt es vor, dass die Dellwarzen auch an mehreren Körperstellen auftreten. Allerdings besteht durch das Aufkratzen der Knoten die Gefahr, die Viren weiter zu verschleppen und auf andere Hautareale auszuweiten. Die Bekämpfung der Dellwarzen erfolgt unter lokaler Betäubung mit einem scharfen Löffel und einer Salbenbehandlung.